Fark’sche Werkstatt

Fark’sche Werkstatt, Außenansicht

Der Betrieb in der noch heute vorhandenen Werkstatt Fark wurde von dem Großvater des letzten Inhabers Willi Fark, Herrn Emil Fark senior, im Jahre 1892 gegründet. Herr Emil Fark war vordem Meister in der Lehrlingswerkstatt der Reichsbahn in Karlsruhe. Er lernte in Karlsruhe seine spätere Frau kennen, heiratete im November 1892, machte sich selbständig und gründete gleichzeitig den Betrieb in Staufen.

Emil Fark stammte aus Müllheim und hatte sich daher im Amt Müllheim nach einem geeigneten Standort umgesehen und wählte Staufen und hier speziell das bisher von einer Weberei (oder Bleicherei) genutzte Gebäude als Sitz seines neuen Betriebes, wohl aus zwei Gründen: Zum einen war der Bau und Vertrieb von Weintrotten der Schwerpunkt seiner beruflichen Tätigkeiten, weshalb sich Staufen als Ort im Markgräfler (Wein-)Land anbot. Zum anderen war das Gebäude in der Bahnhofstraße ideal, weil es an dem damaligen Gewerbekanal gelegen war und damit die notwendige Energieversorgung vor der Einführung elektrischer Energie in Staufen gesichert war. Neben der Herstellung von Trotten gehörte zum Geschäftsbetrieb noch der Vertrieb und die Reparatur landwirtschaftlicher Maschinen wie Mähmaschinen, Pferde-Rechen und -wender, Sämaschinen und Heuaufzüge (eine Neuheit zu der Zeit). Als landwirtschaftliche Maschinen wurden vorwiegend die Fabrikate der Firma Fahr aus Gottmadingen vertrieben.

Fark’sche Werkstatt, Maschinen

Aus dieser Zeit der Gründung des Unternehmens stammen die meisten der heute in der Werkstatt noch vorhandenen Maschinen, die seinerzeit teils als neue und teilweise als gebrauchte Maschinen erworben sein mussten (siehe die Darstellung dieser noch vorhandenen Maschinen in der beigefügten Beschreibung).

Der Betrieb hatte entsprechend dem Herstellungs- und Vertriebssortiment einen für damalige Verhältnisse großen Einzugsbereich: Markgräflerland, Tuniberg, Kaiserstuhl vorwiegend für die Trotten und Münstertal für die landwirtschaftlichen Maschinen.

Fark’sche Werkstatt, MaschinenDer Betrieb wurde vom Gründer Emil Fark bis ca. 1928 geleitet. Danach übernahm dessen ältester Sohn Emil Fark junior das Unternehmen und führte es bis etwa 1939, als sich eine Krankheit einstellte, der er dann im Jahre 1942 erlag. Emil Fark jun. hatte als langjährigen und bewährten Mitarbeiter Herrn Josef Obergfell aus Staufen an seiner Seite, der auf Bitten des Inhabers die Meisterprüfung im Jahr 1942 ablegte, genau zu dem Zeitpunkt, als Emil Fark jun. starb. Josef Obergfell leitete den Betrieb bis 1967, als dann Sohn Willi Fark die Leitung neben Obergfell übernahm und den Betrieb zuletzt alleine bis zu dessen Aufgabe im Jahr 1989 führte. Ihnen zur Seite stand die Tochter von Emil Fark jun., Frau Margarete – gen. Gretel – Fark, später verheiratete Fark-Geier, die sämtliche Büroarbeiten erledigte und teilweise auch im Verkauf tätig war, zumal sie alle Kunden gut kannte und zu bedienen wusste.

Der letzte Inhaber Willi Fark hatte das Geschäft auf den Vertrieb und die Reparatur von Landmaschinen konzentriert, nachdem das Geschäft mit den selbst hergestellten Trotten nachgelassen hatte. Neben der Reparatur der Landmaschinen wurde auch eine spanabhebende Metallbearbeitung und eine Metalldreherei betrieben, mit der Industrie und Handel bedient wurden. Es sind noch Pläne für die Herstellung solcher konstruktiver Teile für die Betriebe der Umgebung wie Brennerei Schladerer, Pelzveredelung Zähringer und Firma Jahnke und Kunkel, alle in Staufen und Firma Gubor Schokoladenfabrik in Münstertal vorhanden.

Fark’sche Werkstatt, Wasserrad

Bei Gründung des Unternehmens bestand der Bau nur aus dem Teil, der zweistöckig mit Walmdach heute noch besteht und auf dem Frontbild zu sehen ist. Erst etwa im Jahre 1920 wurden die Betriebsgebäude durch den einstöckigen Anbau erweitert, der allerdings im Zuge des Baues des Nachbargebäudes als Wohnheim für die Studenten des Goethe-Instituts teilweise abgerissen wurde. Im Obergeschoss war damals noch die Schreinerei für den Bau der Trotten untergebracht.